Willkommen bei Refugio Villingen-Schwenningen e.V.

Pressemitteilung

Die Förderung des Landkreises von derzeit 25.000 Euro pro Jahr gründet auf Fallzahlen des Jahres 2013 mit ca. 50 betreuten Personen aus dem Schwarzwald-Baar-Kreis. Seitdem sind Betreuungszahlen auf 70 bis 80 Personen pro Jahr aus dem hiesigen Landkreis gestiegen. Die Ausgaben, die Refugio für diese erhöhten Fallzahlen aus dem Landkreis Schwarzwald-Baar, entstehen, betragen für Traumatherapie, psychosoziale Betreuung und Dolmetscher weit mehr als 100.000 Euro. Sie übersteigen damit den Zuschuss des Kreises um ein Vielfaches. Jährlich muss Refugio bei Spendern sowie in aufwendigen Antragsverfahren bei verschiedenen Geldgebern Mittel akquirieren, um für traumatisierte geflüchtete Kinder, Jugendliche und Erwachsene im Landkreis Schwarzwald-Baar die Kosten für dolmetschergestützte Behandlung und Betreuung sicherzustellen. Das finanzielle Risiko der Kostendeckung für die Traumabehandlung von Flüchtlingen aus dem Schwarzwald-Baar-Kreis liegt damit vor allem bei Refugio als Verein.

Seitens der Kreisverwaltung wird der Zuschussantrag als „fachlich ausreichend begründet und nachvollziehbar“ beschrieben. In der Sitzung wurde die Notwendigkeit der Arbeit von Refugio hervorgehoben „Seit Jahren gibt es im Süden Baden-Württembergs keine vergleichbaren Angebote“.

Die Ablehnung des umfassend begründeten Antrags bei gleichzeitiger Betonung der Bedeutung der Arbeit ist auf die offensichtlich vorherrschende Ansicht zurückzuführen, dass andere Geldgeber für die Traumabehandlung zahlen sollen, so wird auf die gesetzliche Krankenversicherung verwiesen. Diese ist jedoch für erkrankte Asylbewerber nicht der primäre Kostenträger.

Der Nutzen einer zeitnahen und adäquaten Behandlung traumatisierter Geflüchteter für die Integration im Kreisgebiet wurde vollkommen ausgeblendet, obgleich das erst vor wenigen Tagen verabschiedete Integrationskonzept des Landkreises auf S. 47 explizit formuliert: "Die Kommunen sind überfordert in der Unterstützung von Kindern, Jugendlichen und auch Erwachsenen, die besondere Maßnahmen z. B. in Form von traumapädagogischer und traumatherapeutischer Begleitung benötigen. Dies macht sich teilweise fest an besonderen Verhaltensweisen im schulischen Kontext, die nicht durch alle Lehrkräfte aufgefangen werden können. Hier fehlen vor Ort Informationen zu hilfreichen Verfahren im Umgang damit (Schulungen oder auch direkte Ansprechpartner_innen), aber auch kreisweite Unterstützungsangebote. Dazu muss betont werden, dass ein Defizit an traumapädagogischer und -therapeutischer Begleitung schon seit Jahren für den Landkreis festgestellt wurde.“

 Refugio VS leistet seit 18 Jahren all das, was das Integrationskonzept für den Landkreis als Bedarf identifiziert.

Refugio übernimmt mangels existierender Strukturen im Gesundheitswesen diese Aufgaben höchster Relevanz auf eigenes Risiko.

Ohne Refugio wären sehr viele traumatisierte geflüchteten Kinder, Jugendlichen und Erwachsene im Landkreis therapeutisch unversorgt.

 

Vorstand, Mitarbeitende und Unterstützer von Refugio VS
Villingen, den 29.11.2016

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Refugio Villingen-
Schwenningen e.V.

Psychosoziales Zentrum für traumatisierte
Flüchtlinge